Sucht und Alkohol

Die gute Nachricht ist, dass der Alkoholkonsum in Deutschland bei Jugendlichen und Erwachsenen rückläufig ist. Der bewusste Umgang mit dem Nervengift steigt also. Denoch sind im Jahr 2018 in Deutschland volkswirtschaftliche Kosten von unfassbaren 57,04 Milliarden Euro durch Alkoholkonsum entstanden. Dazu zählen unter anderem die Kosten für Pflege und Reha, Unfälle, Frühverrentung und Arbeitslosigkeit.

Bei der Recherche zu diesem Post war es uns wichtig, subjektiv zu bleiben und auch die gesundheitsfördernden Aspekte des Alkohols, wie das berühmte Glas Rotwein am Abend, zu erwähnen. Nachdem wir verschiedene wissenschaftliche Artikel durchgegangen sind, lautet unser Fazit: Alkohol hat keinen positiven Effekt auf die Gesundheit.

Der Weg in die Sucht ist bei Alkohol besonders kurz, denn er ist legal, gesellschaftlich anerkannt und bei vielen Anlässen selbstverständlich. Hier kann jeder einzelne sensibel handeln, denn niemand sollte zum Konsum ermutigt, aufgefordert oder gedrängt werden. Alkohol beeinflusst die Wahrnehmung, das Reaktionsvermögen, die Gefühlslage, die Aufmerksamkeit und es aktiviert das Belohnungssystem im Gehirn. Endorphine und Dopamine werden ausgeschüttet, es entstehen euphorische Glücksgefühle. Anfangs wirkt sich der Alkohol noch positiv auf die Geselligkeit aus, im Laufe einer Suchterkrankung folgen tiefe Einsamkeit und Isolation.

Der Konsum von Alkohol kann 200 verschiedenen psychische und körperliche Krankheiten wie Diabetes, Krebs, Leberentszündung, Darmschäden, Unterversorgung von lebenswichtigen Nährstoffen und Mineralien, Herzschäden, Depressionen und schwere Hirnschäden verursachen und in schweren Fällen Wahnvorstellungen und Halluzinationen auslösen.

Kommt es bei nahestehenden Personen zu einer Co-Abhängigkeit, hat es für diese ebenfalls schwerwiegende Folgen wie Nervosität und Schlaflosigkeit, Magenerkrankungen, Migräne, Depressionen bis hin zur eigenen Alkoholabhängigkeit. Gerade bei Kindern suchtkranker Eltern sind die körperlichen und psychischen Folgen gravierend und oft ein Leben lang spürbar.

Der Kater danach entsteht laut aktuellsten Forschungsergebnissen nicht durch zu wenig Flüssigkeit im Körper, sondern ist eine Reaktion des Immunsystems auf das Gift und eine dadurch hervorgerufene Entzündungsreaktion.

In Deutschland gibt es schätzungsweise 1,8 Millionen Alkoholabhängige Personen und rund 74.000 alkoholbedingte Tote jährlich, 234.785 Männer und Frauen wurden 2018 aufgrund der Hauptdiagnose Psychische und Verhaltensstörung durch Alkohol in einem Krankenhaus behandelt.

Eine Entgiftung sollte immer unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, da schwere Entzugserscheinungen auftreten können. Der körperliche Entzug dauert mehrere Tage. Der Seelische jedoch deutlich länger, da hier auch die Ursachen der Sucht ergründet werden und Rituale und Verhaltensmuster geändert werden müssen.

Auch nach dieser Zeit ist besondere Achtsamkeit und Fürsorge sich selbst gegenüber wichtig. Sport, gesunde Ernährung und die Gesellschaft von unterstützenden Menschen helfen über die depressiven Gefühle und Ängste hinweg. Es benötigt Zeit und Willen, aber hat sich das Gehirn erst einmal umgestellt und gibt sich zufrieden mit der Ausschüttung von Endorphinen und Dopaminen durch beispielsweise Bewegung und positive soziale Beziehungen, stabilisiert sich auch die Psyche der abhängigen Person und sie entwickelt neue Perspektiven für sich und ihre Zukunft.

Quellen: Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Spektrum der Wissenschaft

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